Im Schatten der Väter - Ein Zeitzeugen-Gespräch

Dresden, den 06.07.2021

Dr. Rüdiger von Voss wandte in seinem Vortrag an die Lehrgangsteilnehmer der Offizierschule des Heeres

Dr. Rüdiger von Voss war 5 Jahre alt, als sich sein Vater 1944 entschied, sich das Leben zu nehmen. Dieser tragischen Entscheidung vorangegangen war die ernstzunehmende Warnung vor der unmittelbar bevorstehenden Verhaftung durch die Gestapo. Freunde und Familie unter der zu erwartenden grausamer Folter der Nazi-Schergen zu gefährden, zu verraten, war für Hans Alexander von Voss keine Alternative.

 

Am Dienstag, den 22.06.2021 wandte sich Dr. von Voss an junge Offiziere und Offizieranwärter an der Offizierschule des Heeres um mit ihnen über sein eigenes Schicksal, aber insbesondere über seinen Vater zu sprechen. Zuvor hatte der Kommandeur der Offizierschule des Heeres, Brigadegeneral Rohde in einer kleinen, bewegenden Zeremonie ein Stubenschild eingeweiht, welches die Stube markiert, in der Hans-Alexander von Voss im Zeitraum Oktober 1927 bis August 1928 während seines Fahnenjunkerlehrgangs in Dresden an der damaligen Offizierschule der Reichswehr lebte.

 

Hans-Alexander von Voss war Generalstabsoffizier und durch seine Verwendung im Stab des Oberbefehlshabers West, enger Vertrauter des Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben. Darüber fand er auch den Anschluss an die militärischen Widerstandskreise. Seine Erlebnisse (vor allem die rücksichtslose Vorgehensweise gegen die Zivilbevölkerung beim Überfall auf Polen) und seine ausgeprägte Frömmigkeit haben ihn zum Handeln gegen das Regime bewogen. Und so konsequent, wie er sich bereit erklärte, persönlich ein Attentat auf Adolf Hitler auf der Avenue des Camps-Élysées verüben, so konsequent war sein Entschluss, sich das Leben zu nehmen.

 

Die Offiziere und Offizieranwärter der OSH während des Vortrages

So war denn auch das zweifache Dilemma, Bindung durch Eid und Erkennen des verbrecherischen Charakters des Regimes und damit der Drang, dagegen zu handeln wie auch die tiefe Frömmigkeit und der unausweichliche Selbstmord eines der Hauptthemen des Austauschs zwischen den Lehrgangsteilnehmern und dem Zeitzeugen. Eindringlich schilderte Dr. von Voss die Geschehnisse und sichtbar betroffen erfuhren die jungen Offiziere und Offizieranwärter, in welchen Gewissensnöten sich die Angehörigen des militärischen Widerstandes befanden und dass es lange dauerte bis die neugeschaffene Bundesrepublik Deutschland den Mut seiner Angehörigen und das Befreiende Ihrer Pläne schlussendlich anerkannte.

 

So trägt das fesselnde Zeitzeugengespräch dazu bei, ein gerechtes Urteil der Nachwelt über das Leben und Handeln der Frauen und Männer des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Gewaltregime Adolf Hitlers und seiner Gefolgschaft. Sie handelten alle um der Freiheit und der Gerechtigkeit willen aus der Kraft ihres Gewissens: Nicht nur der Erfolg zählt, nicht nur die Tat allein entscheidet über den Wert eines Lebens, sondern die ethische Begründung des Handelns an der Scheidegrenze zwischen Recht und Unrecht. Gerade in der Zeit, in der Oberstleutnant i.G. von Voss als junger Offizier diente, war die Möglichkeit, sich ein objektives Urteil zu bilden, äußerst begrenzt. Alle Medien in der Hand des Regimes, einseitige, ideologisch gezielte Berichterstattung, freie Meinungsäußerung undenkbar. Allein sich da ein eigenes Urteil zu bilden, war schon eine geistige Meisterleistung. Und diese dann in konträres Handeln gegen den Unrechtstaat zu entwickeln, dazu gehörte ungeheurer Mut.

 

So können wir uns heute angesichts des sich wieder zeigenden Ungeistes des politischen rechten Populismus und gewaltbereiten Rechtsextremismus in Deutschland und darüber hinaus getrost an diesen Frauen und Männern orientieren. Noch ist es leicht und risikoarm, aber gerade deshalb sind wir alle sind gefordert wachsam zu sein, nicht wegzuschauen und zu schweigen, wenn es Not tut, klare Position zu beziehen. Und das gilt ganz besonders für die Bundeswehr im Dienst für unsere Demokratie.

Verleihung des 4. Erwin-von-Witzleben-Preises am 15. Dezember 2020

Dresden, den 03.02.2021

v.l.n.r.: Brigadegeneral Olaf Rohde, Leutnant Frederik Adlung, MdL Georg-Ludwig von Breitenbuch

Am 15.12.2020 wurde im historischen Offizier-Casino in der Graf-Stauffenberg-Kaserne der Erwin-von-Witzleben-Preis an Leutnant Frederik Adlung, B.Sc., Lehrgangsteilnehmer am Offizierlehrgang 2 im IV.Quartal 2020 an der Offizierschule des Heeres verliehen.


Leutnant Adlung ist Angehöriger der Heeresaufklärungstruppe und überzeugt durch kontinuierlich überdurchschnittliche Leistungen, beispielhaftes Engagement und einen tadellosen Charakter.

 

Umständebedingt fand diese Preisverleihung nicht im Rahmen eines großen Appells statt wie in den Jahren zuvor, sondern in kleinem Kreis. Allerdings kann auch dieser Tatsache ein positives Momentum abgewonnen werden. Erstens ist es nicht ausgeschlossen, ja geradezu wahrscheinlich, dass der Namensgeber des Preises, Erwin von Witzleben, vor knapp einhundert Jahren dieses Casino gelegentlich aufgesucht hat, war er doch zu dieser Zeit in  Dresden beim Stab der 4.Infanteriedivision stationiert.


Und zweitens wurde Brigadegeneral Olaf Rohde am Tage der Verleihung durch Georg-Ludwig von Breitenbuch, MdL und Mitglied des Kuratoriums der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft e.V., unterstützt. Sein Vorfahr Eberhard von Breitenbuch war Ordonnanzoffizier und enger Vertrauter des Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben.

Vortrag von von Herrn Dr. Georg von Witzleben vor dem Offizierlehrgang 2 an der Offizierschule des Heeres am 19. Oktober 2020

Dresden, den 03.02.2021

Im Offizierlehrgang 2, welcher der akademischen Ausbildung der Offziere folgt, ist es junge Tradition, dass sich die Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft e.V. an der Offizierschule des Heeres an die jungen Offiziere wendet und im Rahmen eines Vortrages über diese Ausnahmepersönlichkeit des deutschen militärischen Widerstandes berichtet.

 

Nun war 2020 ein außergewöhnliches Jahr und im deutschen Sprachraum ist es eine oft gehörte Floskel „fällt coronabedingt aus“. Nicht so der Offizierlehrgang 2 und auch nicht der Vortrag. Allerdings haben sich Lehrgang wie Vortrag der Lage anpassen müssen: so wurde in Halbhörsälen mit lediglich 10 Lehrgangsteilnehmern unterrichtet und die Lehre in Präsenzanteile und Anteile digitales Lernen im Selbststudium aufgeteilt, alles Maßnahmen, um so die Kontakte an der Offizierschule weitgehend zu reduzieren und auch nachverfolgbar zu machen.
Der Vortrag, am 19. Oktober 2020 gehalten von Dr. Georg von Witzleben, wurde wie in den letzten Jahren im Scharnhorstsaal der Offizierschule durchgeführt, allerdings vor stark aufgelockertem Publikum. Um dennoch alle Lehrgangsteilnehmer zu erreichen, wurde der Vortrag gleich zweimal angeboten, sowie  Hörsäle zugeschaltet. Weiterhin wurde der Vortrag aufgezeichnet. So konnten sich die jungen Offiziere diesen über die Lernplattform „moodle“ zu Gemüte führen.

 

Insofern wurde so neben der Ausbildung in den erforderlichen Wissensgebieten und der Ertüchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit trotz der Pandemie an Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben erinnert, der früher als viele andere das verhängnisvolle Schicksal des Dritten Reiches vorhersah und unermüdlich mit seinem überragenden militärischen Sachverstand versuchte, dieses Verhängnis abzuwenden. Erwin von Witzleben hat auch einen Bezug zu DRESDEN: nach dem I.Weltkrieg diente er gemeinsam mit Friedrich Olbricht und Hans Oster im Stab der dort stationierten 4.Divison der Reichswehr. Hier knüpfte bzw. vertiefte er die Kontakte zu den beiden Genannten, die sich Jahre später als vertrauensvolles und höchst belastbares - man würde heute sagen - Netzwerk  erwiesen.
In den historischen Gebäuden, die den Lehrgangsteilnehmern als Unterkunft dienen, ist man in besonderer Weise von der sächsischen und deutschen Militärgeschichte berührt und auch vielen Offizieren nahe, welche mit und um Erwin von Witzleben den Weg in den Widerstand gegangen sind. So haben unter anderen Oberst Graf von Stauffenberg und Hans Alexander von Voss, enger Weggefährte des Feldmarschalls, auf dem Gelände der Offizierschule des Heeres  vor nicht ganz 100 Jahren als Fahnenjunker in der Infanterieschule der Reichswehr ihr militärische Handwerk gelernt. Da wird Geschichte fühlbar und greifbar, da können diese Vorbilder den heutigen jungen Offizieren nahe sein. So bleibt das Andenken an Erwin von Witzleben und seine Mitstreiter als Mahnung und Verpflichtung zugleich für jeden deutschen Soldaten und besonders den Offiziernachwuchs lebendig.

Rede von Herrn Dr. Rüdiger von Voß im Rahmen der Übergabe der Offizierschule des Heeres am 28. August 2020

Dresden, den 07.09.2020

v.l.n.r.: Brigadegeneral Martin Hein, Generalmajor Norbert Wagner, Brigadegeneral Olaf Rohde
Am 28.08.2020 über gab der Kommandeur des Ausbildungskommandos, Generalmajor Norbert Wagner das Kommando über die Offizierschule des Heeres von Brigadegeneral Martin Hein an Brigadegeneral Olaf Rohde. Pandemie-bedingt konnten nur wenige Gäste eingeladen werden. Diese trotzten entschieden dem Regen und erwiesen dem altem und sowie dem neuen Kommandeur ihre Referenz.

Auch Dr. Rüdiger von Voß, der Vorsitzende der Erwin von Witzleben Gesellschaft e.V. wohnte dem Appell bei und konnte bei der sich anschließenden sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung das Wort an die Soldaten und Gäste richten.
 
Die von Herrn Dr. von Voß gehaltene Rede kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD
 
 

Stilles Gedenken am 8. August 2020

Dresden, den 11.08.2020

Am 08.08.2020 ist es genau 76 Jahre her, dass Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben zum Tode verurteilt wurde und in BERLIN-PLÖTZENSEE von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit dem letzten Jahr gibt es auf dem Berliner Invalidenfriedhof eine Gedenk-Grabplatte für diesen Widerstandskämpfer, der früher als andere das Unheil erahnte und zu bekämpfen versuchte. Und so versammelten sich am Samstagmorgen Nachfahren Erwin von Witzlebens, Mitglieder der gleichnamigen Gesellschaft und Angehörige der Offizierschule des Heeres, um an diesen ranghöchsten Soldaten zu erinnern, der dem Unrechtsregime zum Opfer gefallen ist.
 
Die Offizierschule des Heeres pflegt seit vier Jahren eine Partnerschaft mit der Erwin von Witzleben-Gesellschaft e.V., in der es nicht um einen vielleicht unzeitgemäßen „Toten-Kult“ geht, sondern um eine Vermittlung ethisch wie politisch wertorientierten Handelns : am Beispiel des deutschen Widerstandes und der Person von Witzlebens im Besonderen. Hierfür haben die Witzleben-Gesellschaft wie Offizierschule gemeinsam ein „Modell“ der Vermittlung  geschaffen, eingebettet in die sowieso von der Offiziersschule des Heeres gepflegte Erinnerung und Pflege dieses Teiles des „Traditionserlasses“. Mit Vorträgen an der Offizierschule des Heeres, eines wertigen Preises für gute Leistungen im Offizierlehrgang 2 und eben der Würdigung auf dem Invalidenfriedhof wird dies „anfassbar“. Alles dies geschieht gemeinsam nicht aufgrund irgendeines Befehls sondern aus freier Ûberzeugung und deshalb auch authentisch. Die OSH und die Witzleben-Gesellschaft haben  so eine Kooperation gefunden, die Bundeswehr mit bürgerschaftlichem Engagement in der Erinnerung und Traditionsvermittlung zusammenführt.

 

Der Berliner Domprediger Michael Kösling hielt eine anrührende Andacht und Dr. Rüdiger von Voss, Vorsitzender der Erwin-von-Witzleben- Gesellschaft und Oberst Johannes Derichs erinnerten nicht nur an Erwin von Witzleben, sondern übertrugen die Bedeutung seiner Haltung und seines Handelns in die heutige Zeit. Zwei Offizieranwärter ehrten den Widerstandskämpfer als Ehrenposten, zwei weitere Offizieranwärter begleiteten die Gedenkfeier mit gelungenem Trompetenspiel. Unter den Gästen der Veranstaltung befanden sich Generalleutnant Erich Pfeffer, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann, Kommandeur Zentrum Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Oberst Christian von Blumröder, Vertreter des Kommandos Territoriale Aufgaben.

Rede von Oberst Johannes Derichs : DOWNLOAD

 

Rede von Dr. Rüdiger von Voß: DOWNLOAD

 

Andacht von Pfarrer Michael Kösling: DOWNLOAD

Rede zum Thema Rechtsextremismus und Bundeswehr

Dresden, den 27.02.2020

Anbei der Link zur Rede von Rüdiger von Voss zum Thema Rechtsextremismus und Bundeswehr - Gedanken zum Verfassungsverständnis und zur politischen Kultur in Deutschland -

 

DOWNLOAD

Verleihung des Dorothee-Fliess-Preises für Widerstandsforschung am 15. Februar 2020

Dresden, den 15.02.2020

Im Rahmen der XXXIII. Königswinterer Tagung der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. verlieh der Stiftungsrat des Dorothee-Fließ-Fond und die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. am 15. Februar 2020 in Bonn den Dorothee-Fliess-Preis für Widerstandsforschung unter anderem an Herrn Dr. Georg von Witzleben für seine Biografie über Erwin von Witzleben. Die Ladatio hielt Herr Dr. Rüdiger von Voß, Ehrenvorsitzender des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944 und der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944. Die Laudatio kann hier runtergeladen werden, ebenso wie die Antwort von Dr. Georg von Witzleben.

 

Rede von Dr. Rüdiger von Voß

 

Rede von Dr. Georg von Witzleben

 

Verleihung des 3. Erwin-von-Witzleben-Preises am 18. Dezember 2019

Dresden, den 18.12.2019

Am 18. Dezember 2019 fand der diesjährige Abschluss- und Beförderungsappell auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden statt. Im Rahmen dieses Appels und vor den Augen von mehr als 700 angetretenen Offizieren und Offizieranwärtern, hochrangigen Gästen und Zuschauern wurde der Erwin-von-Witzleben-Preis zum dritten Mal verliehen. Der Kommandeur der Offizierschule des Heeres, Herr Brigadegeneral Martin Hein, sowie der Stellvertretende Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, Herr Dr. Georg von Witzleben, überreichten den Preis an Herrn Leutnant M.A. Hussein Chabakji, der damit für seine Leistungen sowie sein Verhalten als Offizier geehrt wurde.

 

 

 

V.l.n.r. Leutnant M.A. Hussein Chabakji, Dr. Georg

von Witzleben, Brigadegeneral Martin Hein

Vortrag vor dem Offizierlehrgang 2 der Offizierschule des Heeres und Übergabe der Erwin-von-Witzleben-Büste am 17. Dezember 2019

Dresden, den 17.12.2019

Im Rahmen der Vereinbarung der Offizierschule des Heeres und der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, in der festgehalten wurde, dass die Persönlichkeit Erwin von Witzleben den Teilnehmern des Offizierlehrgangs 2 vorgestellt wird, begrüßte die Offizierschule des Heeres am 17. Dezember 2019 Herrn Major d.R. Dr. Georg von Witzleben. Der Stellvertretende Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft und Biograf Erwin von Witzleben sprach über das Leben und Wirken dieses herausragenden Widerstandskämpfers. Dem Vortrag schloss sich eine ausführliche Fragerunde an.

 

Nach dem Vortrag besiegelten der Kommandeur der Offizierschule des Heeres, Herr Brigadegeneral Martin Hein und Frau Beate Reimer, Stellvertretende Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft und Urenkelin des Generalfeldmarschalls, mit ihrer Unterschrift über die entsprechende Vereinbarung die Leihgabe der Erwin-von-Witzleben-Büste an die Offizierschule des Heeres.

Major d.R. Dr. Georg von Witzleben

Einweihung des Gedenksteins für Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben am 8. August 2019

Dresden, den 28.10.2019

Die Bundeswehr hat am 8. August dem von den Nationalsozialisten hingerichteten Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben in Berlin gedacht. In einer beindruckenden Veranstaltung wurde für Erwin von Witzleben ein Gedenkstein auf dem Invalidenfriedhof eingeweiht. Rund 200 geladene Gäste, darunter Nachfahren von Witzlebens und hochrangige Militärs und Politiker, erwiesen dem Widerstandskämpfer an seinem 75. Todestag die letzte Ehre.

 

Veranstaltet wurde die Einweihung von der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit der Offizierschule des Heeres und dem Förderverein Invalidenfriedhof. Im Rahmen dieser Veranstaltung würdigten in bewegenden Ansprachen Vizeadmiral Joachim Rühle (Stellvertretender Generalinspekteur), Dr. Georg von Witzleben (Stellvertretender Vorsitzender der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft und Witzlebens Biograf) sowie Pfarrer Michael Kösling die Haltung und den Verdienst von Erwin von Witzleben.

 

„[…] sein geistiges Erbe konnte nicht ausgelöscht werden, es lebt unverändert fort. … In der dunkelsten Stunde unserer Geschichte opferte er sein Leben für Werte wie Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit. …“ führte Vizeadmiral Rühle aus. Und der Stellvertretende Generalinspekteur drückte seine Dankbarkeit für die „…gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Offizierschule des Heeres und der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft …“ aus: „Sie kümmern sich mit Hingabe um das Gedenken an Generalfeldmarschall von Witzleben und […] sein ethisch-moralisches Vermächtnis und geben es an unsere jungen Offiziere weiter.“

Die gehaltenen Reden können hier heruntergeladen werden:

Rede von Vizeadmiral Joachim Rühle: DOWNLOAD

 

Rede von Dr. Georg von Witzleben: DOWNLOAD    

 

Andacht von Pfarrer Michael Kösling: DOWNLOAD

Rede im Rahmen des Abschluss- und Beförderungsappells am 19. Dezember 2018

Dresden, den 15.01.2019

V.l.n.r.: Brigadegeneral Martin Hein, Leutnant M.A. Max Imbery, Dr. Rüdiger von Voß

Der Erwin-von-Witzleben-Preis wurde am 19. Dezember 2018 in Dresden zum zweiten Mal verliehen. Die Offizierschule des Heeres schloss im Rahmen des Abschluss- und Beförderungsappells am 19. Dezember 2018 auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden mehrere Offizierlehrgänge ab. Vor einer eindrucksvollen Kulisse, mehr als 700 angetretenen Offizieren und Offizieranwärtern, hochrangigen Gästen und Zuschauern wurden Beförderungen und Auszeichnungen ausgesprochen. Im Rahmen dieses Appells wurde der Erwin-von-Witzleben-Preis zum zweiten Mal verliehen. Der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, Herr Dr. Rüdiger von Voß, und der Kommandeur der Offizierschule des Heeres, Herr Brigadegeneral Martin Hein, überreichten den Preis an Herrn Leutnant M.A. Max Imbery, der damit für seine Leistungen sowie sein Verhalten als Offizier geehrt wurde.

 

Die von Herrn Leutnant Max Imbery gehaltene Rede kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD

Vortrag von Herrn Dr. Georg von Witzleben  vor dem Offizierlehrgang 2 der Offizierschule des Heeres am 04. Oktober 2018

Dresden, den 30.10.2018

Rund 650 Lehrgangsteilnehmer des Offizierlehrgang 2 verfolgten den Vortrag im Scharnhorstsaal der Offizierschule des Heeres.

Man hätte sinnbildlich die Stecknadel fallen hören können im Scharnhorstsaal der Offizierschule des Heeres: gebannt verfolgten gut 650 Lehrgangsteilnehmer des Offizierlehrganges 2 und ihre Ausbilder am 04.10.2018 die Ausführungen von Dr. Georg von Witzleben, der seine Zuhörer auf eine Reise mitnahm, die das Leben und Wirken des Generalfeldmarschalls Erwin von Witzleben nachzeichnete. Während der militärische Widerstand gegen das NS-Regime in der Öffentlichkeit häufig an wenigen Persönlichkeiten festgemacht wird, konnte der Referent, Urgroßneffe und Biograf Erwin von Witzlebens, eindringlich verdeutlichen, dass Erwin von Witzleben in seiner Person neben höchster militärischer Kompetenz den kleinen Teil der Wehrmacht vereinigt, der sich frühzeitig und ungeblendet von den Anfangserfolgen des Nationalsozialismus in die strikte Opposition zu Adolf Hitler begab. Diese nur von Wenigen mitgetragene Haltung hielt er weiterhin uneingeschränkt und ungeachtet auch der militärischen Erfolge des dritten Reiches bis zum Ende durch.

Dr. Georg von Witzleben, Major d R., Stellvertretender Vorsitzender der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft.

Dies beinhaltete auch das Ertragen von Rückschlägen: so ist nur wenig bekannt, dass im September 1938 die von Erwin von Witzleben betriebenen Vorbereitungen zu einer Beseitigung des Regime nahezu abgeschlossen waren und in letzter Minute durch das Nachgeben der Alliierten in der Frage des Sudetenlandes nicht mehr durchsetzbar waren. Ebenfalls im Unterschied zu anderen suchte er von Beginn an stets nach nachhaltigen Lösungen, den Tyrannen zu beseitigen, letztlich ohne Erfolg. Anders als zahlreiche seiner Mitstreiter, die unmittelbar nach dem Attentat erschossen bzw. ermordet wurden oder durch den Freitod der furchtbaren Rache des Systems ergingen, musste Erwin von Witzleben  diese unter dem Erleben eines Fehlens jeden Funkens eines Rechtsstaates erdulden und erleiden. Trotz Folter schütze er zahlreiche  Namen seiner Mitverschwörer, welche noch am Leben waren. Letztendlich - gedemütigt, aber nicht gebrochen - zahlte er mit  seinem Leben den Preis für sein Handeln.

Brigadegeneral Martin Hein (Mitte) mit Angehörigen der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, im Hintergrund die neugeschaffene Tafel für die Preisträger des Erwin-von-Witzleben-Preis.

Die Vorhersage des Volksgerichtshofpräsidenten, dass Erwin von Witzleben vergessen sein würde, hat sich nicht bewahrheitet: der Kommandeur der Offizierschule des Heeres, Brigadegeneral Martin Hein, zeigte sich überzeugt, dass Erwin von Witzleben heute als Soldat in seiner Zeit, Mensch und Staatsbürger über diese hinaus eine überragende Vorbildfunktion besitzt, an der Offiziere der Bundeswehr ihren persönlichen Wertekompass ausrichten können.

Rede von Herrn Dr. Rüdiger von Voß im Rahmen der Übergabe der Offizierschule des Heeres am 21. August 2018

Dresden, den 11.09.2018

Brigadegeneral Gante (rechts) übergibt das Kommando an Brigadegeneral Hein (links)

Im Anschluss an den Appell zur Übergabe des Kommandos über die Offizierschule des Heeres in Dresden am 21. August 2018 von Herrn Brigadegeneral Harald Gante an Herrn Brigadegeneral Martin Hein fand ein Empfang statt. Im Rahmen dieses Empfangs sprach der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft e.V., Herr Dr. Rüdiger von Voß, dem scheidenden Kommandeur im Namen des Vorstands und des Kuratoriums seinen tief empfundenen Dank für dessen Unterstützung aus. Seine Rede, die hier als Download zur Verfügung steht, zeigte, dass es Herrn Dr. Rüdiger von Voß sehr wichtig war, Herrn Brigadegenaral Gante seinen ganz persönlichen Dank zu überbringen. Den neuen Kommandeur, Herrn Brigadegeneral Martin Hein, bat der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft e.V. um das Fortsetzen der gemeinsamen Bemühungen.

 

Die von Herrn Dr. von Voß gehaltene Rede kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD

Rede im Rahmen des Abschluss- und Beförderungsappells am 21. Dezember 2017

Dresden, den 23.01.2018

V.l.n.r.: Brigadegeneral Gante, Leutnant M.A. Julian Jahnke, Dr. Rüdiger von Voß

Die Offizierschule des Heeres schloss im Rahmen des Abschluss- und Beförderungsappells am 21. Dezember 2017 auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden mehrere Offizierlehrgänge ab. Vor rund 700 angetretenen Offizieren und Offizieranwärtern, hochrangigen Gästen und Zuschauern wurden Beförderungen und Auszeichnungen ausgesprochen. Erstmals wurde der Erwin-von-Witzleben-Preis verliehen. Der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, Herr Dr. Rüdiger von Voß, überreichte den Preis an Herrn Leutnant M.A. Julian Jahnke, der damit für seine Leistungen sowie sein Verhalten als Offizier geehrt wurde. Herr Dr. Rüdiger von Voß, der als Ehrengast, eine Rede hielt, verband die Ehrung mit einem Aufruf an alle Soldatinnen und Soldaten sowie alle Bürgerinnen und Bürger, sich für die Demokratie und gegen Totalitarismus zu engagieren.

Die von Herrn Dr. von Voß gehaltene Rede kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD

Vortrag im Rahmen der Begrüßung des Offizierlehrganges 2 am 05. Oktober 2017

Dresden, den 27.10.2017

Im Rahmen des Begrüßungsappells des Offizierlehrgang 2 II/2017 fand am 05.10.2017 an der Offizierschule des Heeres in Dresden ein Vortrag der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft an der Offizierschule des Heeres statt.

Als Gastredner referierte Dr. Rüdiger von Voß, der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben Gesellschaft zum Thema: „Erwin von Witzleben - Generalfeldmarschall im Widerstand gegen Hitler“.

Lehrgangsteilnehmer und das Offizierkorps der OSH während des Vortrages

Dr. von Voß gelang es sehr schnell und nachhaltig die Lehrgangsteilnehmer und das anwesende Offizierkorps mit seinen interessanten und kurzweiligen Ausführungen über Erwin von Witzlebens Biographie, dessen Militärischen Werdegang, seiner Verbindung zu Dresden und schließlich seinem tragischen Ende als wesentliches Mitglied des Widerstandes 20. Juli 1944, zu fesseln.


Erwin von Witzleben ist, und dies wurde durch den Vortrag besonders herausgestellt, ein hervorragendes Beispiel soldatischer Tugendhaftigkeit und sollte als Vorbild eines jeden Soldaten in Hinblick auf die persönliche Einsatzbereitschaft für seine Werte, bis hin zum Einsatz mit dem eigenen Leben, stehen.

Dr. von Voß (links) mit Brigadegeneral Gante

Im Sinne eines „werteorientierten“ Denkens und Handelns will die Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft mit besonderer Orientierung zur Offizierschule des Heeres wirken. Mit der Absicht der erstmaligen Verleihung des „Erwin-von-Witzleben-Preises“ am 21. Dezember 2017 im Rahmen des Beförderungsappels des Offizierlehrgang 2 auf dem Theaterplatz in Dresden möchte die Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft dem erwachsenen, historischen Vermächtnis und der damit verbundenen Grundüberzeugung, welche die auch die Traditionspflege in der Bundeswehr tragen, Rechnung zollen.


Die Verantwortung, die mit der Auszeichnung auf den jeweiligen Preisträger aus dem Offizierlehrgang 2 übergeht, wurde den Lehrgangsteilnehmern sehr eindringlich durch Dr. von Voß in seinem Vortrag und durch die einführenden Worte von Brigadegeneral Gante, Kommandeur der Offizierschule des Heeres, in dessen Begrüßungsvortrag aufgezeigt.


Abschließend erfolgte ein Rundgang durch die Offizierschule des Heeres, in dem die Geschichte der Albertstadt beleuchtet wurde.

 

Der von Herrn Dr. von Voß gehaltene Vortrag kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD