Rede im Rahmen der Übergabe der Offizierschule des Heeres am 21. August 2018

Dresden, den 30.10.2018

Rund 650 Lehrgangsteilnehmer des Offizierlehrgang 2 verfolgten den Vortrag im Scharnhorstsaal der Offizierschule des Heeres.

Man hätte sinnbildlich die Stecknadel fallen hören können im Scharnhorstsaal der Offizierschule des Heeres: gebannt verfolgten gut 650 Lehrgangsteilnehmer des Offizierlehrganges 2 und ihre Ausbilder am 04.10.2018 die Ausführungen von Dr. Georg von Witzleben, der seine Zuhörer auf eine Reise mitnahm, die das Leben und Wirken des Generalfeldmarschalls Erwin von Witzleben nachzeichnete. Während der militärische Widerstand gegen das NS-Regime in der Öffentlichkeit häufig an wenigen Persönlichkeiten festgemacht wird, konnte der Referent, Urgroßneffe und Biograf Erwin von Witzlebens, eindringlich verdeutlichen, dass Erwin von Witzleben in seiner Person neben höchster militärischer Kompetenz den kleinen Teil der Wehrmacht vereinigt, der sich frühzeitig und ungeblendet von den Anfangserfolgen des Nationalsozialismus in die strikte Opposition zu Adolf Hitler begab. Diese nur von Wenigen mitgetragene Haltung hielt er weiterhin uneingeschränkt und ungeachtet auch der militärischen Erfolge des dritten Reiches bis zum Ende durch.

Dr. Georg von Witzleben, Major d R., Stellvertretender Vorsitzender der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft.

Dies beinhaltete auch das Ertragen von Rückschlägen: so ist nur wenig bekannt, dass im September 1938 die von Erwin von Witzleben betriebenen Vorbereitungen zu einer Beseitigung des Regime nahezu abgeschlossen waren und in letzter Minute durch das Nachgeben der Alliierten in der Frage des Sudetenlandes nicht mehr durchsetzbar waren. Ebenfalls im Unterschied zu anderen suchte er von Beginn an stets nach nachhaltigen Lösungen, den Tyrannen zu beseitigen, letztlich ohne Erfolg. Anders als zahlreiche seiner Mitstreiter, die unmittelbar nach dem Attentat erschossen bzw. ermordet wurden oder durch den Freitod der furchtbaren Rache des Systems ergingen, musste Erwin von Witzleben  diese unter dem Erleben eines Fehlens jeden Funkens eines Rechtsstaates erdulden und erleiden. Trotz Folter schütze er zahlreiche  Namen seiner Mitverschwörer, welche noch am Leben waren. Letztendlich - gedemütigt, aber nicht gebrochen - zahlte er mit  seinem Leben den Preis für sein Handeln.

Brigadegeneral Martin Hein (Mitte) mit Angehörigen der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, im Hintergrund die neugeschaffene Tafel für die Preisträger des Erwin-von-Witzleben-Preis.

Die Vorhersage des Volksgerichtshofpräsidenten, dass Erwin von Witzleben vergessen sein würde, hat sich nicht bewahrheitet: der Kommandeur der Offizierschule des Heeres, Brigadegeneral Martin Hein, zeigte sich überzeugt, dass Erwin von Witzleben heute als Soldat in seiner Zeit, Mensch und Staatsbürger über diese hinaus eine überragende Vorbildfunktion besitzt, an der Offiziere der Bundeswehr ihren persönlichen Wertekompass ausrichten können.

Rede im Rahmen der Übergabe der Offizierschule des Heeres am 21. August 2018

Dresden, den 11.09.2018

Brigadegeneral Gante (rechts) übergibt das Kommando an Brigadegeneral Hein (links)

Im Anschluss an den Appell zur Übergabe des Kommandos über die Offizierschule des Heeres in Dresden am 21. August 2018 von Herrn Brigadegeneral Harald Gante an Herrn Brigadegeneral Martin Hein fand ein Empfang statt. Im Rahmen dieses Empfangs sprach der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft e.V., Herr Dr. Rüdiger von Voß, dem scheidenden Kommandeur im Namen des Vorstands und des Kuratoriums seinen tief empfundenen Dank für dessen Unterstützung aus. Seine Rede, die hier als Download zur Verfügung steht, zeigte, dass es Herrn Dr. Rüdiger von Voß sehr wichtig war, Herrn Brigadegenaral Gante seinen ganz persönlichen Dank zu überbringen. Den neuen Kommandeur, Herrn Brigadegeneral Martin Hein, bat der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft e.V. um das Fortsetzen der gemeinsamen Bemühungen.

 

Die von Herrn Dr. von Voß gehaltene Rede kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD

Rede im Rahmen des Abschluss- und Beförderungsappells am 21. Dezember 2017

Dresden, den 23.01.2018

V.l.n.r.: Brigadegeneral Gante, Leutnant M.A. Julian Jahnke, Dr. Rüdiger von Voß

Die Offizierschule des Heeres schloss im Rahmen des Abschluss- und Beförderungsappells am 21. Dezember 2017 auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden mehrere Offizierlehrgänge ab. Vor rund 700 angetretenen Offizieren und Offizieranwärtern, hochrangigen Gästen und Zuschauern wurden Beförderungen und Auszeichnungen ausgesprochen. Erstmals wurde der Erwin-von-Witzleben-Preis verliehen. Der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft, Herr Dr. Rüdiger von Voß, überreichte den Preis an Herrn Leutnant M.A. Julian Jahnke, der damit für seine Leistungen sowie sein Verhalten als Offizier geehrt wurde. Herr Dr. Rüdiger von Voß, der als Ehrengast, eine Rede hielt, verband die Ehrung mit einem Aufruf an alle Soldatinnen und Soldaten sowie alle Bürgerinnen und Bürger, sich für die Demokratie und gegen Totalitarismus zu engagieren.

Die von Herrn Dr. von Voß gehaltene Rede kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD

Vortrag im Rahmen der Begrüßung des Offizierlehrganges 2 am 05. Oktober 2017

Dresden, den 27.10.2017

Im Rahmen des Begrüßungsappells des Offizierlehrgang 2 II/2017 fand am 05.10.2017 an der Offizierschule des Heeres in Dresden ein Vortrag der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft an der Offizierschule des Heeres statt.

Als Gastredner referierte Dr. Rüdiger von Voß, der Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben Gesellschaft zum Thema: „Erwin von Witzleben - Generalfeldmarschall im Widerstand gegen Hitler“.

Lehrgangsteilnehmer und das Offizierkorps der OSH während des Vortrages

Dr. von Voß gelang es sehr schnell und nachhaltig die Lehrgangsteilnehmer und das anwesende Offizierkorps mit seinen interessanten und kurzweiligen Ausführungen über Erwin von Witzlebens Biographie, dessen Militärischen Werdegang, seiner Verbindung zu Dresden und schließlich seinem tragischen Ende als wesentliches Mitglied des Widerstandes 20. Juli 1944, zu fesseln.


Erwin von Witzleben ist, und dies wurde durch den Vortrag besonders herausgestellt, ein hervorragendes Beispiel soldatischer Tugendhaftigkeit und sollte als Vorbild eines jeden Soldaten in Hinblick auf die persönliche Einsatzbereitschaft für seine Werte, bis hin zum Einsatz mit dem eigenen Leben, stehen.

Dr. von Voß (links) mit Brigadegeneral Gante

Im Sinne eines „werteorientierten“ Denkens und Handelns will die Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft mit besonderer Orientierung zur Offizierschule des Heeres wirken. Mit der Absicht der erstmaligen Verleihung des „Erwin-von-Witzleben-Preises“ am 21. Dezember 2017 im Rahmen des Beförderungsappels des Offizierlehrgang 2 auf dem Theaterplatz in Dresden möchte die Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft dem erwachsenen, historischen Vermächtnis und der damit verbundenen Grundüberzeugung, welche die auch die Traditionspflege in der Bundeswehr tragen, Rechnung zollen.


Die Verantwortung, die mit der Auszeichnung auf den jeweiligen Preisträger aus dem Offizierlehrgang 2 übergeht, wurde den Lehrgangsteilnehmern sehr eindringlich durch Dr. von Voß in seinem Vortrag und durch die einführenden Worte von Brigadegeneral Gante, Kommandeur der Offizierschule des Heeres, in dessen Begrüßungsvortrag aufgezeigt.


Abschließend erfolgte ein Rundgang durch die Offizierschule des Heeres, in dem die Geschichte der Albertstadt beleuchtet wurde.

 

Der von Herrn Dr. von Voß gehaltene Vortrag kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD